Montag, 24. Juli 2017

allerlei Knödeliges (Marillen- und Zwetschkenknödel)


Süße gefüllte Knödel stehen bei uns derzeit hoch im Kurs, die Marillen sind vollreif und es gibt bereits die ersten Zwetschken. Rezepte für Marillen sind mit Zwetschken genau so gut! Für mich sind Fruchtknödel im Sommer die Lieblingsspeise und ich könnte sie mehrmals die Woche essen...



Das Kochbuch aus dem Jahr 1981 (Erstveröffentlichung) ist eine Fundgrube für historische und teils auch heute noch übliche Hausmannskost-Rezepte aus allen neun Bundesländern von Österreich (klick). Der unkomplizierte Topfenteig für Obstknödel aus diesem Kochbuch ist etwas weniger fein (weniger Eier und Butter) als der Teig von Plachutta von hier, aber auch sehr sehr gut!!



Topfenteig für Marillen- und Zwetschkenknödel

  • 250 g Topfen/Quark
  • 100 (- 120) g Mehl nach Bedarf
  • 30 g zerlassene Butter
  • 1 Ei (M)
  • 1 gute Prise Salz

Aus allen Zutaten einen Teig rühren; ist er zu weich, dann noch etwas Mehl einmengen. Den Teig ein bisschen rasten lassen und in der Zwischenzeit die Früchte waschen und trocknen. (Die Zwetschken habe ich entkernt, um sicherzugehen, dass nicht wurmige dabei sind.)

Mit bemehlten Händen Knödel formen und in Salzwasser ca. 15 Minuten sieden lassen. Dann sofort in Butterbröseln wälzen.



Zum Knödelkochen habe ich eine interessante Erklärung gefunden, warum sie im Wasser aufsteigen:

"Durch das Kochen, also die Paarung von Feuchtigkeit und Hitze, wird das Mehl im Knödel aufgeschlossen; es bilden sich Gase, das spezifische Gewicht verringert sich, der Knödel beginnt zu schwimmen und steigt in die Höhe."

Quelle: die Feinschmeckerey (klick)



Nach einer Almwanderung in Niederösterreich schmecken die Knödel besonders gut!


Samstag, 15. Juli 2017

Marillenfleck


Reife aromatische und vielleicht optisch nicht so schöne Marillen (Aprikosen) sind genau richtig für einen "Marillenfleck". Auf einen Germteig-Boden (Hefeteig) werden Marillen dicht aufgelegt und mit oder ohne Streusel gebacken. Mit Zwetschken geht das auch, denn viele Marillenrezepte, wie Knödel, Kuchen etc. sind genauso gut mit Zwetschken möglich und umgekehrt.


Marillenfleck
(für 1 kl. Blech)

  • 250 g Mehl (ich habe 200 g Dinkel- + 50 g Kamutmehl verwendet)
  • ½ P. Trockengerm/Hefe
  • 30 g Zucker
  • ½ TL Salz
  • Zitronenschale
  • etwas geriebene Muskatnuss oder -blüte
  • 1 Ei
  • 100 ml Milch
  • 40 g Butter

  • reichlich (~1 kg) Marillen/Aprikosen geviertelt zum Belegen
  • Kristallzucker + Zimt zum Bestreuen



Teig: Milch gemeinsam mit der Butter leicht erwärmen und aus allen Zutaten einen mittelfesten Germteig kneten. Aufgehen lassen bzw. so wie ich über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag Zimmertemperatur annehmen lassen.

Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und auf eine befettetes Blech legen und drücken. Mit geviertelten Marillen sehr dicht belegen. Kristallzucker mit Zimt vermischen und die Früchte bestreuen.
(Ich habe einen Gewürzzucker verwendet, der auch Kardamom und Orangenschale enthält, Lavendel würde auch passen.) 

Das Backblech ins kalte Rohr stellen, auf 175°C aufdrehen und den Marillenfleck etwa eine halbe Stunde bis 40 Minuten backen. Auskühlen lassen, denn dann schmeckt er besser! Bezuckern. Genießen.

Lavendelblüten harmonieren sehr gut mit Marillen

Übrigens, dieses Wochenende ist Marillenfest in Krems (klick). Ich werde es nicht schaffen hinzufahren, obwohl das etwas kühlere Wetter ideal wäre...
Ein schönes Wochenende wünsche ich euch!


Mittwoch, 12. Juli 2017

Hokkaido Milchbrot mit Tangzhong


Im Moment ist es zu heiß zum Backen, aber schon bald soll es bei uns abkühlen und dann ist ein flaumiges Milchbrot genau richtig zum Wochenendfrühstück, besonders gut passt eine südfranzösischer Orangenmarmelade dazu.



Das Hokkaido Milchbrot finde ich besonders flaumig, wahrscheinlich liegt es tatsächlich am "Tangzhong". Das ist ein Vorteig oder eigentlich ein Brühstück aus erwärmtem Mehl plus Wasser. Das Rezept habe ich bei Micha (Salzkorn) gesehen und mit ein paar kleinen Änderungen nachgebacken.


Hokkaido Milchbrot
(für 1 Kastenform)

Tangzhong = Vorteig:
25 g Mehl
100 g Wasser

Germteig/Hefe-:
Tangzhong
125 ml Milch lauwarm
12 g frische Germ/Hefe
350 g Mehl
50 g (Rohrohr-) Zucker
Vanille
1 schwacher TL Salz
1 großes Ei
30 g kalte Butter in Würfeln

1 Eidotter mit etwas Milch verquirlt zum Bestreichen


Für den Vorteig wird Mehl und Wasser unter Rühren erwärmt, bis eine cremige Masse entsteht (Achtung, brennt leicht an). Auskühlen lassen.

Für den Germteig alle Zutaten (bis auf die Butter) verkneten und zum Schluss die Butterwürferl gut einarbeiten. Den Teig so lange kneten, bis er sich vom Schüsselrand löst und Blasen wirft. Aufgehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.


Eine Kastenform mit Backpapier auskleiden oder befetten.
Den Teig vierteln und jedes Teil auf einer bemehlten Arbeitsfläche länglich und dünn ausrollen. Die Längsseiten jeweils zur Mitte hin einschlagen (in der Breite der Kastenform) und zu einer Rolle aufrollen. Die Rollen hintereinander in die Kastenform schlichten. Mit Ei + Milch bestreichen und eventuell mit Hagelzucker bestreuen.

Die Kastenform ins kalte Rohr stellen und auf 175°C aufdrehen. Das Milchbrot etwa eine halb Stunde backen.


Sehr flaumig! Ich freue mich auf die nächste Abkühlung und wieder erwachter Backlust! Noch lieber würde ich in Südfrankreich sein (unten, Fotos vom Frühling)... da wo meine fruchtige Orangenmarmelade herkommt.





Hier möchte man Hund sein und die heißen "Hundstage" genießen, oder?